Sonnenaufgang nach langen Tagen mit Hochnebel
„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“
Jahreslosung 2026, Offenbarung 21,5
Seit bald hindert Jahren gibt es die Jahreslosung: Ein Vers aus der Bibel als Wegweiser für ein ganzes Jahr.
Die Idee geht zurück auf Nikolaus Ludwig, Graf von Zinzendorf (1700-1760). Er gilt als Erfinder der Losungen.
Auf seinem Gut in der Oberlausitz (D) nahm er Glaubensflüchtlinge auf und gründete für sie eine Siedlung namens Herrnhut (bei Gott am Schärme!). Bald bemerkte er, dass ein Dach über dem Kopf und ein voller Bauch noch nicht die ganze Lösung sind. Auch die Seele hat Hunger. Da hatte Zinzendorf die geniale Idee – oder Eingabe – etwas, das er vom Militär her kannte, neu zu füllen. Dort gab es eine Losung für den Tag: ein Motto, Auftrag oder Befehl. Daraus entwickelte er eine Ermutigung für die neuen BewohnerInnen, um deren Sicherheitsgefühl und Vertrauen zu stärken. Die Losung bestand zunächst aus einem Vers und richtet sich an die Gemeinschaft wie an den Einzelnen: Jeden Tag wurde sie von einem Boten persönlich überbracht. Der Vers aus der Bibel oder dem Gesangbuch gaben einen Gedanken mit in den Tag, der erbaut, ermahnt, stärkt, tröstet, neue Wege aufzeigt.
Seit 1731 gibt es die Losungen ununterbrochen und gedruckt in vielen Sprachen…
Die Motivation von Zinzendorf zeigt sich auch in seinen Liedern,
wie z.B. »Wir wolln uns gerne wagen, in unsern Tagen
der Ruhe abzusagen, die’s Tun vergisst.
Wir wollen nach Arbeit fragen, wo welche ist,
nicht an dem Amt verzagen, uns fröhlich plagen
und unsre Steine tragen aufs Baugerüst.«
RG 811,1
Im Gesangbuch (RG) finden sich einige seiner Lieder:
RG 690, 793, 811, 814, 815
